Irmgard Griss

Irmgard Griss wurde 1946 als Kind einer Bauernfamilie in Bösenbach in der Steiermark geboren. Sie besuchte Handelsschule und Handelsakademie in Graz und maturierte 1965. Das ursprüngliche Berufsziel Lehrerin verwarf sie „wegen stimmlicher Defizite“ und studierte stattdessen Rechtswissenschaften. 1970 promovierte sie und arbeitete dann als Assistentin am Institut für Zivilgerichtliches Verfahren in Graz. Sie bewarb sie sich für ein Fulbright-Stipendium und absolvierte 1975/76 als Frank-Boas-Stipendiatin ein postgraduales Studium an der Harvard Law School, das sie mit einem Master of Law (LLM) abschloss. Zurück in Österreich ging sie als Konzipientin in eine Wiener Anwaltskanzlei und legte 1978 die Anwaltsprüfung ab. 1979 ging sie als Richterin an das Bezirksgericht für Handelssachen in Wien. 1981 wurde sie Richterin am Handelsgericht Wien, 1987 am Oberlandesgericht Wien und 1993 am Obersten Gerichtshof, zu dessen Präsidentin sie Anfang 2007 bestellt wurde. Sie unterrichtete parallel Bürgerliches Recht sowie Handels- und Wirtschaftsrecht in Graz und an der Wirtschaftsuniversität Wien. 2014 leitete sie die Untersuchungskommission zur Causa Hypo-Alpe-Adria. 2016 kandidierte sie bei der Bundespräsidentenwahl. Von 2017 bis 2019 war sie Abgeordnete zum Nationalrat.

Irmgard Griss

Irmgard Griss berichtet über ihr Aufwachsen auf einem Bauernhof in Bösenbach/Steiermark, den Schulalltag in den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren und darüber, wie eine Kind einer Landwirtsfamilie sich das Studium finanzieren konnte. Nach mehreren Aufenthalten als Au-Pair in Großbritannien und Frankreich reifte der Wunsch im Ausland zu studieren, den sie als Frank-Boas-Stipendiatin an der Harvard Law School wahrmachen kann. Das egalitäre Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden sowie der amerikanische Umgang mit dem Recht und die Treffsicherheit der Formulierungen der anglo-amerikanischen Rechtssprache beeinflussen ihre juristische Tätigkeit sehr. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich reüssiert sie nicht nur als Anwältin, sondern auch als Richterin. Sie wird Präsidentin des Obersten Gerichtshofs und kandidiert bei der Bundespräsidentenwahl 2016.

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