Luitgard Knoll

Luitgard Knoll, Jahrgang 1933, ging 1951/52 für ein Jahr als Fulbright-Stipendiatin an das Mount Holyoke in Massachusets. Nach ihrer Rückkehr studierte sie an der Universität Graz und promovierte 1956 als akademisch geprüfte Übersetzerin für Englisch und Französisch. Als Mitglied in mehreren Literaturvereinen veröffentlichte sie in Anthologien und Zeitschriften und arbeitete als Übersetzerin und Nachhilfelehrerin in Englisch und Französisch sowie als langjähriges Vorstandsmitglied der "Katastrophenhilfe österreichischer Frauen". Über viele Jahre organisierte sie Bezirkslesungen in Wien-Döbling.

Luitgard Knoll

Luitgard Knoll schildert die chaotischen letzten Kriegsmonate, als sie im Rahmen der sogenannten Kinderlandverschickung eine wahre Odyssee durch Österreich erlebte. Nach der fast wundersamen Wiedervereinigung mit der Mutter siedelte sich die ausgebombte Familie in St. Anton am Arlberg an. Während der Gymnasialzeit in Landeck lebte sie ihre Leidenschaft für Fremdsprachen auch dadurch aus, dass sie Shakespeares Lyrik übersetzte. Das kam ihr auch bei der Bewerbung für ein Fulbright Stipendium zugute. Das Auslandjahr verbrachte sie am Liberal Arts College in Mount Holyoke. Besonders beeindruckend empfand sie die Offenheit und demokratische Einstellung in Amerika, wo trotz unterschiedlicher Herkunft für alle die Möglichkeit bestand, sich in das Gemeinwesen einzubringen. Auch öffnete ihr der Auslandsaufenthalt die Augen über zahlreiche Aspekte der deutschen und österreichischen Geschichte, die in den fünfziger Jahren in Österreich überwiegend verdrängt bzw. totgeschwiegen wurden.

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